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Ewald Zweytick - Sauvignon und seine Facetten

Aktualisiert: 25. März


Wie eine eingespielte Band: Nur 4 Personen werkeln an dem 17 Hektar großen Weingut Ewald Zweytick in Ratsch an der Weinstraße (Ehrenhausen). Saisonal kommt hier noch eine kleine Hilfetruppe dazu. Sonst hat Ewald vieles gern selbst in der Hand und verlässt sich auf die Spitzenqualität seiner Trauben, denen er grundsätzlich die Zeit gibt, die sie brauchen. Ja, das hören wir immer öfters: Vollreife Trauben und Spontangärung sind hier eine Selbstverständlichkeit, um die Langlebigkeit und Fülle von Ewalds Weinen authentisch herauszubringen. Hierzu zählen Guts-, Orts- und Lagenweine der Rebsorten Sauvignon Blanc (Ewalds klare Nummer 1), Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder, Welsch, Sämling, Zweigelt...- aber auch Gelber Muskateller bekommt bei Ewald das, wie er beweist, verdiente Spotlight als Riedenwein.



Gutswein bzw. Gebietswein

Zweyticks Basis bilden die Gutsweine à la Südsteiermark DAC, im österreichischen Klassifizierungssystem auch Gebietswein. Diese werden gerne jung getrunken, sind offen und aromatisch, erschwinglich und wollen unverfälscht ihre Herkunft ausstrahlen. Vor allem letzteres ist ein großer Streitfall heutzutage - Verfälschung, Schönung, Verzerrung von Weinpersönlichkeiten in herkunftsentfremdete Stilistik, ein Riesenthema, das noch immer zu wenig diskutiert wird! Umso mehr freuen wir uns, mit Ewalds Gutsweinen zeitlose, unnachgiebig authentische Tischweine steirischer Herkunft anbieten zu können: Extrem puristische, glasklare Repräsentationen von autochthonen Rebsorten, wie Welschriesling, Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller und Weißburgunder. Aromatische Rebsorten mit starken Persönlichkeiten, die von sich selbst aus schon super performen. Vollreif geerntet, spontanvergoren, im Stahl ausgebaut, straight!


Ehrenhausen, Ortswein:

Unter den Ortsweinabfüllungen finden wir Ewalds Einstiegs-Chardonnay. Gebietswein macht er davon gar keinen. Einstieg also schon auf Niveau. Nach der Spontangärung landet der Ehrenhausener für 12 Monate im 1500 Liter Eichenfass. Stichwörter Eleganz, Balance, Schmelz, Würze, erfrischend, trinkig. Südsteiermark pur.


Auch der Sauvignon Blanc kommt hier richtig in Fahrt. Der Ehrenhausener Ortswein ist nämlich eine Riedencuvée, also ein Verschnitt aus Ewalds Sauvignon-Lagen. Diese werden zusammen spontan im Stahltank zu einem puren Herkunftsbotschafter vinifiziert, der einfach total den Charme der verschiedenen Terroirs ausstrahlt. Strahlend hier wohl das Stichwort!


Lagengeschichten:


K3 steht für die 3 Kogel, von denen dieser Weißburgunder cuvéetiert wird. Sulz, Witschener Herrenberg, Stermetzberg, zirka 30 Jahre alte Reben. Zusammen geht’s ins gebrauchte Barrique, wo die wohl unterschätzteste der Burgunderrebsorten als Lagenverschnitt für 15-18 Monate dahinreift. Zeigt sich im Glas mit feiner Struktur, präziser Aromatik, elegantem Grip, Holzeinfluss ja, aber keinesfalls überladen. So macht Weißburgunder schon echt Spaß.


Die Ried Höllriegel zeigt sich dominiert von Sand mit etwas Kalk. Hier wachsen Sauvignon und Muskateller, die als Riedenweine mit (ein bisschen) früherem Reifefenster und super P/L punkten. Gerade haben wir die 20er, der Muskateller ist ein absolutes Paradebeispiel, leichtfüßig und superpräzise, feine Frucht, frisch und salzig, zeitlos. Liegt 10 Monate im Fass, wie der Sauvignon, und das funktioniert wahnsinnig gut. Der Sauvignon ist da noch eine Spur ernster und hält bei unter 40€ mit vielen der großen steirer Rieden-SBs mit. Robuste Frische und Würze, feine Cremigkeit, beeindruckend raffinierte Sauvignon-Aromatik, ideal ausbalanciert, extrem puristisch. Große Trinkempfehlung.


Ein weiteres spannendes Projekt, der Muskateller vom Witscheiner Herrenberg wächst auf Opokböden und ruht für 18 Monate im großen Holzfass. Der 2018er strahlt diese Ruhe richtig aus, auf der Nase feine, typische Aromatik, mit einem soliden Hefe-Rückgrad. Witzig ist das, poliert und präzise, salzig, aber schon mit solider Struktur und Grip, mehr hefig als holzig, bissl Tee, Orange, Grapefruit. Schon ein Nachdenkerwein, passt perfekt in dieses Lineup.


Herrenberg Sauvignon “Provocateur”: Ein Unikat seines eigenen Stils. Auf den ersten Blick würde man diesen Sauvignon dem Gelben Muskateller derselben Lage gleichsetzen und eine ordentliche Portion Wucht reindenken, der Alkoholgehalt passt und ganz schön reif ist das ganze auch, mit 2016 als unserem aktuellem Jahrgang. Naja. “Provocateur” nennt sich der Wein, und das winzige “M” auf seinem Etikett ist nicht sein einziges Geheimnis. Dieser Sauvignon Blanc von fast 70 Jahre alten Reben verbringt mehrere Wochen auf der Maische und schlummert danach ohne Schwefelung für 60 Monate im neuen 500l Fass. So entwickelt das ganze eine feine Oxy-Note, wie ein unfassbar feiner Manzanilla kommt das daher. Balancierendes, schön integriertes Holz. Honig, Blutorange, so viel Salz. Wahnsinnsfrische, rote Ribisl und Äpfel wollen nicht aus dem Kopf. Am Gaumen bleibt das sowieso ewig. Jedenfalls ein absolutes Meisterwerk, wenngleich nicht die Terroirkanone wie seine Geschwister. Mehr ein Lärmmacher, groß und unnachgiebig, aber immer tänzelnd und bedacht. Hat eigentlich auch seinen eigenen Song verdient, mir geht gerade “Dancer” von IDLES und LCD Soundsystem nicht aus dem Kopf.


Auf dem Stermetzberg wachsen Ewalds Spitzenweine. Schotter und Kalkeinflüsse prägen hier die Reben, welche in Südost-Ausrichtung auf 400 Metern Höhe stehen. Das Stermetzberg-Lineup verbringt zirka 20 Monate in französischen Barriques, bis zu 50% Neuholz, auch Bâtonnage ist hier ein Thema, um mit der Wucht der Reben mitzuhalten. Authentisch, ausdrucksstark, auch mal exzentrisch, immer mit dieser inneren Ruhe, voll Ewalds Stil eben. Er hat hier seine Leidenschaft für’s Rock ‘n’ Roll als Inspiration genutzt - Hi Guns ‘n’ Roses!


Tosca”: Grauburgunder, love it or hate it, in diesem Fall leicht gemacht; Tosca ist eine Wucht; diese feine Aromatik, Orange, Birne, Honig... dann diese klare Barriquenote, Walnuss, endlos cremig. Der Name hierfür stammt von dem österreichischen EDM Musikprojekt Tosca, leidenschaftlich, atmosphärisch, in sich selbst verfließend, endlos - we get it.


November Rain”: Der Chardonnay, der neben Ewalds Herzenstraube, dem Sauvignon, manchmal untergeht - sich aber tatsächlich international vor wenig zu verstecken braucht. Ein Charakterwein, der zwar durchaus diese perfektionistische, burgundische Balance und Struktur ausstrahlt, aber trotzdem blind sofort in die Südsteiermark, für Kenner:innen sogar direkt zu Ewald führt. Sollte man probiert haben.


Don’t Cry”: Sauvignon Blanc. #Dontcrydrinkwine heißt es bei Zweytick. Die Aussage, genau die Weine zu machen die ihnen selbst schmecken, und die Restflaschen eben zu verkaufen, versteht man spätestens hier als kompletten Ernst. Dieser Sauvignon lässt sich schwer vergleichen - weit entfernt von den Aromabomben von Übersee, hat diesen kargen Loire - Touch, aber geht dann doch mehr in die Breite, ist lauter, will Ruhe und Zeit. Dann fällt der Babyspeck ab, Karamell und Honig schmiegen sich heran, die robuste Säurestruktur hält ihn ewig am Leben.


Heaven’s DoorSauvignon Blanc - Intrazellulär! Landet entbeert für 4-6 Wochen im Drucktank zum Angären. Hier wird den Trauben die volle Tiefe ihrer Aromatik herausgekitzelt. Nach einer feinen Presse geht’s dann ins neue Zuhause, das (100%!) neue Barrique. 20 Monate auf der Vollhefe mit Bâtonnage. Fast maximalistisch kommt das daher, macht allerdings schon nach ein paar Jahren wahnsinnig schön auf. Ultra raffinierter Holzeinsatz, so viel Wucht von den Reben dahinter, aber durch die IZ so verspielt, fruchtig und lebendig. Ein Statement des Weinguts. Harmonisch. Ätherisch!




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